Briefkastenfirma Briefkastengesellschaft

Briefkastenfirma gründen | Definition, Ablauf und Kosten

Was ist eine Briefkastenfirma - Briefkastengesellschaft und wozu kann diese verwendet werden?

Eine Briefkastenfirma ist auch unter dem Begriff Briefkastengesellschaft bekannt. Am Sitz der Gesellschaft gibt es keine Geschäftsräume und kein Personal, sondern nur einen Briefkasten. Die Verwaltung des Unternehmens findet an einem anderen Ort statt. Diese Unternehmensform ist nicht nur in Deutschland ansässig. Sie wird gegründet, um den realen Standort des Unternehmens und seine Eigentümer zu verbergen. Meist ist eine Briefkastenfirma Teil eines umfassenden Unternehmenskonstrukts wie einer Holding.

In den meisten Ländern besteht die Pflicht für ein Unternehmen, eine ladungsfähige Anschrift anzugeben. Das bedeutet, dass die Postanschrift dazu geeignet sein muss, die Geschäftsführung zu erreichen. Ist diese Möglichkeit gegeben, ist eine Briefkastenfirma legal. Es handelt sich dabei um eine Geschäftsadresse, die vom Firmensitz abweicht. Gründe hierfür können in der guten Lage der Briefkastenfirma liegen, wenn die Geschäftsräume eher in einer durchschnittlichen Region sind. Allerdings muss der Firmensitz beim Handelsregister angegeben werden.

In der Praxis dient eine Briefkastenfirma oft dazu, Einkünfte und unternehmerische Prozesse nicht auf den ersten Blick nachvollziehbar zu machen. Manchmal haben es die Behörden schwer, zu ermitteln, wer hinter der Briefkastenfirma steckt. Das kann bei einer Holding der Fall sein. Trotzdem wird eine Briefkastengesellschaft nach allgemeinem Steuerrecht behandelt. Für eine Briefkastenfirma gilt das Steuerrecht des Landes, in dem sie angemeldet ist. Häufig werden Briefkastenfirmen in Staaten gegründet, in denen günstigere Steuersätze gelten als es in dem Land der Fall ist, in dem der Unternehmer lebt bzw. das Unternehmen seine Tätigkeit ausübt. So ist es möglich, eine Briefkastenfirma in Luxemburg eine Briefkastenfirma in der Schweiz oder eine Briefkastenfirma in Österreich zu unterhalten. Hier müssen nicht die Firmensitze sein. In den meisten Fällen besteht das Ziel darin, mit der Briefkastenfirma Steuern zu sparen.

Häufig wird eine Briefkastenfirma auf Englisch gegründet. Das liegt daran, dass Briefkastenfirmen meist unter den Bedingungen des Common Law bestehen.

Was genau macht eine Briefkastenfirma?

Eine Briefkastenfirma ist in der Regel nicht dazu da, Geschäftstätigkeiten vor Ort umzusetzen. Vielmehr hat eine Briefkastenfirma eher vermögensverwaltende Funktion. Die Briefkastenfirma wird gegründet, um Korrespondenz abzuwickeln und eine steuerlich geltende Anschrift zu bieten. Sie wird nicht gegründet, um Produkte und Dienstleistung auf dem Markt zu präsentieren. Auch Kontakte zu Kunden und Partnern sind am Sitz der Briefkastenfirma nicht vorgesehen.

Eine Briefkastenfirma selbst gründen - ein kurzes Erklärungsvideo

Wie kann man eine Briefkastenfirma gründen?

Eine Briefkastenfirma wird genauso gegründet wie jede andere Firma auch. Immer wieder taucht die Frage danach auf, ob eine Briefkastenfirma in einer anderen Sprache gegründet werden kann. Wenn eine Briefkastenfirma im Ausland gegründet wird, kann selbstverständlich die dort vorherrschende Landessprache genutzt werden. So können Sie eine Briefkastenfirma auf Englisch oder eine Briefkastenfirma auf Polnisch gründen.

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Vorteile und Beispiel einer Briefkastenfirma

Die Vorteile einer Briefkastenfirma

Der wichtigste Vorteil den Gründer von Briefkastenfirmen nutzen ist finanzieller Natur. Hat die Briefkastenfirma ihren Sitz in einem Staat mit besonders günstigen Steuergesetzen, werden Steuern gespart. Findet allerdings keinerlei Geschäftstätigkeit im Ausland statt, werden die deutschen Steuerbehörden die Tätigkeit des Unternehmers nicht als legal einstufen. Steuerliche Prüfungen könnten in einem solchen Fall auftreten. Aktuelle Beispiele erklären den Unterschied zwischen einer Briefkastenfirma mit legal im Hintergrund und einer Briefkastenfirma, deren Existenz als bedenklich eingeschätzt werden kann.

Briefkastenfirma am Beispiel von Amazon

Betrachten wir das Beispiel des Online Handelsriesen Amazon. Das Unternehmen ist in den USA ansässig, wirtschaftet aber in ganz Europa unter anderem auch in Deutschland. Deutsche Behörden haben damit zu tun, dass die Versteuerung der Gewinne nicht auf mich nach deutschem Recht stattfindet. So entgehen dem deutschen Fiskus erhebliche Einkünfte.

Die Steuern werden in den USA entrichtet, was wirtschaftlich günstiger für Amazon ist. Amazon ist in seinem deutschen Niederlassungen geschäftstätig. Es gibt Personal, Führungskräfte, Geschäftsräume und eine interne Infrastruktur sowie Kunden, Lieferanten und Partner . Wäre das nicht der Fall, würde es sich bei Amazon um eine reine Briefkastenfirma handeln. Eine Briefkastenfirma in Deutschland ist allerdings wenig attraktiv, da die Steuerbelastung für Unternehmen in der Bundesrepublik relativ hoch ist.

Beispiel aus deutcher Sicht:

Drehen wir das Beispiel um. Ein deutscher Unternehmer hat Geschäftsräume, Personal und Geschäftstätigkeit in Bayern. Den Hauptsitz des Unternehmens meldet er in Luxemburg an. Er entrichtet die Steuerlast nicht in Deutschland, obwohl die Geschäftstätigkeit hier stattfindet. Wenn ihm nachgewiesen werden kann, dass in Luxemburg keinerlei Tätigkeit vorkommt, es sich also um eine Briefkasten Firma handelt, werden die deutschen Behörden wegen Steuerhinterziehung ermitteln. Es ist also von enormer Bedeutung, dass eine Geschäftstätigkeit am Ort des Firmensitzes erkennbar ist.

Was kostet es, eine Briefkastenfirma zu gründen?

Die Kosten für die Gründung einer Briefkastenfirma sind von der Gesellschaftsform abhängig. Die Gründung einer GmbH oder einer UG hat immer in etwa den gleichen Preis. Dabei spielt es keine Rolle, ob es sich um eine Briefkastengesellschaft handeln soll oder nicht. Bei einer Briefkastengesellschaft kommen Kosten für die Miete des Briefkastens und die Weiterleitung der eingehenden Post hinzu. Diese Kosten bewegen sich im minimalen Bereich und fallen für das Unternehmen kaum ins Gewicht. Wenn Sie eine Briefkastenfirma gründen, die an ihrem Sitz von einem Vertreter verwaltet wird, entstehen weitere Kosten in Form von Honoraren. Die laufenden Kosten für den Betrieb einer Briefkastenfirma wie zum Beispiel Buchhaltung und das Erstellen von Bilanzen sind mit den Kosten für eine normale Firma identisch.

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Kann man eine Briefkastenfirma mieten?

Wer nur für einen kurzen Zeitraum eine Briefkastenfirma unterhalten will, um zum Beispiel vermögensverwaltende Aufgaben aus dem eigentlichen Unternehmen auszulagern, kann eine Briefkastenfirma mieten. Vorteile und Beispiel einer Geschäftsadresse bzw. Domiziladresse.

Fragen & Antworten (FAQ) zur Briefkastengesellschaft

Häufige Fragen, die im Zusammenhang mit einer Briefkastenfirma häufig gestellt werden Jeder Unternehmer handelt im Sinne seines eigenen Unternehmens und dessen Gewinnoptimierung. Das ist der Hauptzweck der Unternehmerschaft. Wer sich überlegt, eine Briefkastenfirma in Deutschland zu gründen, um Steuern zu sparen, hat viele Fragen. Die Antworten auf die häufigsten Fragen sind hier zusammengefasst.

Ist eine Briefkastengesellschaft eine Scheinfirma?

Eine Briefkastengesellschaft kann eine Schein Firma sein. In diesem Fall handelt es sich um eine illegale Gründung. Das ist jedoch ein Sonderfall. Eine Briefkastengesellschaft ist nicht automatisch eine Scheinfirma. Wäre das der Fall, wäre die Briefkastengesellschaft verboten. Es steht jedoch fest, dass die Gründung einer Briefkasten Gesellschaft keine illegale Handlung ist.

Fällt bei einer Briefkastenfirma die Umsatzsteuer an?

Selbstverständlich unterliegt eine Briefkastenfirma in allen Punkten der gleichen steuerlichen Gesetzgebung wie jede andere Firma auch. Es gelten die steuerlichen Bedingungen des Staates, in dem die Briefkastengesellschaft ansässig ist.

Ist eine Briefkastenfirma für deutsche Unternehmer Legal?

Eine Briefkasten Firma ist nicht automatisch illegal. Sie bleibt so lange legal, wie dem Gründer beziehungsweise dem Inhaber nicht nachgewiesen werden kann, dass seine Firma an der angegebenen Adresse praktisch nicht existiert. Kann ermittelt werden, dass die Geschäftstätigkeit in einem Land stattfindet, in der in dem mehr Steuern zu zahlen wären als in dem Land, in dem die Briefkasten Firma ansässig ist, werden Behörden überprüfen, ob es sich um den Vorsatz oder die Absicht der Steuerhinterziehung handelt. Es gibt Briefkastenfirmen, die sich vollständig auf dem Boden der Legalität befinden, aber zum Beispiel Kundenbesuchen ausweichen wollen. Hier wird aus Gründen der Erreichbarkeit auf eine Briefkastenfirma ausgewichen. Illegal ist dieses Vorgehen nicht.

Was passiert bei einer Briefkastenfirma mit der GEZ?

Sobald eine Briefkastenfirma über einen Computer erreichbar ist, der einen Internet Zugang besitzt, werden auch GEZ Gebühren fällig. Es ist von Vorteil für die Briefkastenfirma, GEZ Gebühren zu entrichten, denn im Falle einer Prüfung durch die Steuerbehörden wird bei angemeldeter GEZ davon ausgegangen, dass zum Beispiel Personal vor Ort ist und einen Computer benutzt.

Kann man ein Fahrzeug auf eine Briefkastenfirma zulassen?

Selbstverständlich kann ein Fahrzeug am Standort einer Briefkastenfirma zugelassen werden. Das Fahrzeug ist Eigentum des Unternehmens. Hier sind einer Briefkastenfirma keine Einschränkungen gesetzt. Es ist sogar positiv im Falle einer steuerlichen Prüfung, das Fahrzeuge am Standort der Briefkasten Firma zugelassen sind. Denn das lässt eine Geschäftstätigkeit vermuten. Selbstverständlich muss der Inhaber des Unternehmens darauf achten, KFZ-Steuern und Strafmandate pünktlich zu entrichten.

Lohnt es sich, eine Briefkastenfirma in Deutschland zu gründen?

Eine Briefkastenfirma in der Bundesrepublik Deutschland zu gründen lohnt sich nicht, wenn der Unternehmer zum Ziel hat, Steuern zu sparen. Das gilt auch für den Fall, dass eine Briefkastenfirma in den USA gegründet werden soll. Um Steuern zu sparen, muss die Briefkastenfirma in einem Staat gegründet werden, in dem die Steuersätze besonders niedrig sind. Allgemein bekannt sind dafür Panama, Luxemburg, Monaco und die Schweiz. Dabei ist die Schweiz ein Sonderfall, denn hier werden nicht die Steuerersparnisse den Anreiz bieten, sondern der umfassende Schutz für Unternehmer durch das Schweizer Bankengeheimnis. Der Standort einer Briefkastenfirma sollte mit einem versierten Unternehmensberater erörtert werden. Er berät die Gründer zu Fragen rund um Recht und Steuern für die geplante Briefkastenfirma.

Wo kann man eine Briefkastenfirma gründen?

Wer eine Briefkasten Gesellschaft eröffnen will, hat die Möglichkeit theoretisch überall ein Briefkastenunternehmen in Berlin den Briefkasten Firma in Zossen und die Briefkastenfirma in München wird von der Gründung an von mir als einem erfahrenen Unternehmensberater begleitet. Ich bin in der Lage, mit Ihnen heraus zu finden, ob Ihre Briefkastenfirma in Zypern oder in Luxemburg oder Österreich ihren Standort haben sollte. Gemeinsam ermitteln wir die perfekte Adresse überall auf der Welt zwischen Amerika und Zug.