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Beteiligungsgesellschaft gründen - Ablauf, Kosten und Vorteile

Beteiligungsgesellschaft: Definition

Unter einer Beteiligungsgesellschaft versteht man ein Unternehmen, das sich auf den Erwerb und die anschließende Veräußerung von Beteiligungen spezialisiert hat. Der Unternehmenszweck liegt in der Erzielung einer Rendite. Deshalb stößt die Beteiligungsgesellschaft ihre Beteiligungen ab, sobald sie einen Gewinn erwirtschaftet hat. Die Organisation einer Beteiligungsgesellschaft ist sehr unterschiedlich, unterscheidet sich aber stark von der einer Holding. Während eine Holding verwaltend tätig ist und auch in das Tagesgeschäft eingreift, fokussiert sich die Beteiligungsgesellschaft auf Kapitalbeteiligungen, insbesondere auf Minderheitsbeteiligungen.

Beteiligungs GmbH

Viele Beteiligungsgesellschaften gründen sich als GmbH. Eine GmbH ist eine Kapitalgesellschaft, die einer gesetzlichen Haftungsbeschränkung unterliegt. Der Gesetzgeber sieht für die Gründung einer GmbH ein Stammkapital von mindestens 25.000 Euro vor. Für alle Schulden, die darüber hinaus gehen, hat die Gesellschaft nicht einzustehen. Eine Beteiligungs GmbH bietet den Vorteil, dass sie im Falle einer Insolvenz nur mit ihrem Grundkapital haftet. Dieses beträgt bei der Beteiligungsgesellschaft aber mindestens eine Millionen Euro. Denn die Hauptaufgabe der Beteiligungs GmbH liegt darin, die jeweiligen Unternehmen mit Kapital zu versorgen. Dies Mindesteinlage von einer Millionen Euro sorgt dafür, dass sich die Investition rentiert. Deshalb ist die Existenz von ausreichend Kapital notwendig, damit die Beteiligungs GmbH nicht in finanzielle Schwierigkeiten gerät. Eine Beteiligungs GmbH, die eine Beteiligung hält, integriert sie in das Betriebsvermögen der GmbH. Sämtliche Ausschüttungen von einer GmbH an eine andere GmbH sind steuerfrei. Sie erhöhen allerdings das zu versteuernde Einkommen der GmbH - fünf Prozent der Ausschüttung ist als nicht abzugsfähige Betriebsausgabe zu bewerten. Diese steuerliche Behandlung ist auch bei Veräußerungsgewinnen anzuwenden. Die Geschäftsführer einer GmbH sind oftmals unmittelbar an dieser beteiligt und tragen in einer solchen Situation die Bezeichnung "Gesellschafter-Geschäftsführer". Das Gehalt von Gesellschafter-Geschäftsführern unterfällt nicht den Einkünften aus nichtselbstständiger Arbeit. Dieser Grundsatz gilt, obwohl die Sozialversicherung Gesellschafter-Geschäftsführer prinzipiell als "Unternehmer" einstuft und ihnen vorschreibt, dass sie sich privat renten- und krankenversichern müssen.

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Aufgaben einer Beteiligungsgesellschaft

Eine Beteiligungsgesellschaft verfolgt das Ziel, Kapitalbeteiligungen an Unternehmen zu erwerben, zu halten und zu veräußern. Dabei soll eine Rendite erwirtschaftet werden. Die Unternehmen können verschiedenen Branchen angehören und sind eigenständig. Die Organisation einer Beteiligungsgesellschaft kann sehr unterschiedlich ausfallen. Eine Beteiligungsgesellschaft unterscheidet sich stark von einer Holding. Eine Holding fasst viele Unternehmen unter einem gemeinsamen Dach zusammen. Bei der Beteiligungsgesellschaft steht die Beteiligung als Aktionär im Vordergrund. Eine Beteiligungsgesellschaft strebt keine Mehrheitsbeteiligung an. Die Beteiligungsgesellschaft streut ihre Investments sehr breit und soll eine hohe Rendite bei geringem Risiko erzielen. Immobilienaktiengesellschaften und Investmentgesellschaften ähneln den Beteiligungsgesellschaften vom Geschäftsmodell her sehr stark. Die Tätigkeiten und die Beaufsichtigung von Unternehmensbeteiligungsgesellschaften werden im deutschen Gesetz über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGG) geregelt. § 2 UBGG schreibt vor, dass Beteiligungsgesellschaften ausschließlich die Form einer GmbH, AG, KG oder KG auf Aktien innehalten darf. Aufgrund des EU-Diskriminierungsverbotes dürfen auch vergleichbare Rechtsformen anderer EU-Staaten genutzt werden. Das Grundkapital muss mindestens eine Millionen Euro betragen. Der Unternehmensgegenstand einer Beteiligungsgesellschaft ist das Erwerben, Halten, Verwalten und Veräußern von Unternehmensbeteiligungen. Der grundlegende Vorteil einer Unternehmensbeteiligungsgesellschaft liegt darin, dass sie ihre Dividenden nach dem Körperschaftsteuergesetz steuerfrei erwerben darf.

Was macht eine Beteiligungsgesellschaft?

Eine Beteiligungsgesellschaft ist auf den ersten Blick ein Unternehmen wie jedes andere. Allerdings produzieren Beteiligungsgesellschaften weder Waren noch veräußern sie solche. Ihr Unternehmenszweck liegt im Verteilen von Kapital und dem Erwirtschaften von Renditen. Dazu erwerben Beteiligungsgesellschaften Minderheitsbeteiligungen an Unternehmen, greifen aber nicht in deren operatives Geschäft ein. Deshalb bestehen durchaus Parallelen zur Immobilienaktiengesellschaft und zur Investmentgesellschaft. Vor der Gründung einer Beteiligungsgesellschaft ist eine rechtliche Beratung äußerst wichtig.

Wie funktionieren Beteiligungsgesellschaften?

Die nachträgliche Gründung einer Holding ist problemlos möglich. Es besteht die Möglichkeit, bestehende und neue Unternehmen zu einer Holding zusammenzufassen. Der damit verbundene Anmeldungsprozess ist komplex und kostspielig. Außerdem sind viele rechtliche Hürden zu beachten, weshalb die Gründung durch Experten erfolgen sollte.

Beteiligungsgesellschaft: Unterschied zu Holding

Der Unterschied einer Beteiligungsgesellschaft zu einer Holding liegt in den verschiedenen Zielrichtungen des Geschäftszwecks. Eine Beteiligungsgesellschaft möchte möglichst viele Anteile an Unternehmen halten, um von ihren Renditen zu profitieren. Eine Beteiligungsgesellschaft greift nicht aktiv in das Tagesgeschäft ein und hält überwiegend Minderheitsbeteiligungen. Bei einer Holding vereint eine Gesellschaft viele Unternehmen unter einem Dach. Die Holding ist oftmals als Muttergesellschaft ausgestaltet, die ihre Tochtergesellschaften lenkt und dort in das operative Geschäft eingreift. Die Holding hält sehr oft Mehrheitsbeteiligungen an ihren Tochtergesellschaften und entsendet Aufsichtsrats- und Vorstandsvorsitzende. Sie wurde dazu gegründet, Gesellschaften zu verwalten und nicht, um durch diese Gewinne zu erzielen. Zumeist ist sie ein rechtliches Konstrukt, das die Verwaltung mehrerer Gesellschaften bezweckt.

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Beteiligungsgesellschaft gründen

Eine Beteiligungsgesellschaft zu gründen, ist zeit- und kostenintensiv. Die Gründer müssen sämtliche Unterlagen an die zuständige Behörde schicken und eine entsprechende Erlaubnis einholen. Die genauen Formalitäten hängen davon ab, welche Gesellschaftsart gegründet werden soll. Gründer entscheiden sich sehr oft für die Gründung einer GmbH oder AG. Dann ist die Einbringung des Startkapitals zwingend notwendig. Außerdem ist der Gesellschaftsvertrag notariell zu beurkunden und die Gesellschaft im Handelsregister einzutragen. Bei einer Unternehmensbeteiligungsgesellschaft ist ein Startkapital von mindestens einer Millionen Euro notwendig. Außerdem ist eine Erlaubnis der Bundesanstalt für Finanzdienstleistungen (BaFin) einzuholen. Diese prüft, ob alle Voraussetzungen für die Gründung einer Beteiligungsgesellschaft vorliegen.

Beteiligungsgesellschaft gründen: Voraussetzungen

Vor der Gründung einer Beteiligungsgesellschaft müssen die Voraussetzungen für die Etablierung der entsprechenden Gesellschaft vorliegen. Welche Voraussetzungen dies sind, richtet sich nach der Art der zu gründenden Gesellschaft. Außerdem ist eine Genehmigung der BaFin einzuholen. Dieser ist eine detaillierte Beschreibung der Tätigkeit zukommen zu lassen. Dazu gehört insbesondere die Übermittlung eines detaillierten Geschäftsplans und die Übergabe von Informationen über die jeweiligen Geschäftsführer. Außerdem ist der Nachweis zu führen, dass ausreichend Startkapital vorhanden ist.

Beteiligungsgesellschaft gründen: Schweiz

Eine Beteiligungsgesellschaft in der Schweiz zu gründen, erfordert einiges an Know How. Beteiligungsgesellschaften in der Schweiz sind eine perfekte Investitionsmöglichkeit für Anleger, die Mehrheiten anderer Unternehmen verwalten möchten. Unternehmensbeteiligungen in der Schweiz bieten steuerliche Vorteile und begünstigen ein schnelles Wachstum. Einige Schweizer Kantone wie Glarus, Zug und Freiburg stellen Dauersteuervorteile für Schweizer Beteiligungsgesellschaften in Aussicht. Beteiligungsgesellschaften in der Schweiz sind nahezu vollständig von der Einkommenssteuer befreit, unterliegen aber anderen gesetzlichen Vorschriften als Beteiligungsgesellschaften in Deutschland. Deshalb ist eine professionelle rechtliche Beratung unerlässlich.

Beteiligungsgesellschaft gründen: Steuervorteil

Die Gründer einer Beteiligungsgesellschaft profitieren von steuerlichen Vorteilen. Die Dividenden der Gesellschaft sind komplett steuerfrei. Dies resultiert aus dem sogenannten Schachtelprivileg. Eine gesetzlich anerkannte Beteiligungsgesellschaft ist von der Gewerbesteuer befreit, weshalb auch ihre Zinserträge gewerbesteuerfrei sind. Dividenden aus Minderheitsbeteiligungen sind steuerfrei, wenn die Beteiligung die Schwelle von 15 Prozent nicht überschreitet. Mit einer Beteiligungsgesellschaft Steuern sparen, ist also relativ einfach. Es besteht die Besonderheit, dass eine Beteiligungsgesellschaft im Steuerrecht verschiedene Vorteile bietet.

Arten bzw. Formen einer Beteiligungsgesellschaft / Beteiligung

Arten der Beteiligungsgesellschaft

Es gibt zahllose Beteiligungsgesellschaften, darunter Unternehmen wie Aurelius, Apollo Global Management, BB Biotech, BB Medtech, BluO, BonVenture, die CITIC Group, die Deutsche Beteiligungs GmbH, ESAS Holding, Exor, Fininvest und die Hannover Finanz. Die Beteiligungsgesellschaft Liste könnte endlos fortgeführt werden.

Beteiligungsgesellschaft an Immobilien

Beteiligungsgesellschaften an Immobilien streuen ihre Investitionen schwerpunktmäßíg auf Immobilienprojekte. Kernkompetenz ist zumeist die vorrangige Investition von Kapital in Immobilien. Daneben kommt aber auch eine Kapitalinvestition für die Sanierung und Modernisierung von Immobilien in Betracht. Manche Beteiligungsgesellschaften an Immobilien nutzen ihr Kapital, um Gewerbeobjekte in privaten Wohnraum umzuwandeln. Die Investition in Immobilien in wertbeständig und stellt eine gute Möglichkeit zum Aufbau von Vermögen dar. Investitionen in Immobilien sind langfristig angelegt. Die Rendite hängt von der Lage des Objekts, der Vermietbarkeit und der Qualität und Ausstattung der Immobilie ab.

Beteiligungs GmbH/ Beteiligungsgesellschaft mbH

Die Beteiligungsgesellschaft mbH ist die wohl häufigste Form der Kapitalgesellschaft. Die GmbH verfügt über eine Haftungsbeschränkung auf ihr Grundkapital, das laut gesetzlichen Vorgaben 25.000 Euro beträgt. Die Gründung einer GmbH ist relativ unkompliziert und bietet den Vorteil, dass die Gesellschafter nicht mit ihrem Privatvermögen haften. Das Grundkapital einer Beteiligungsgesellschaft mbH liegt bei mindestens einer Millionen Euro.

Beteiligungsgesellschaft UG

Eine Beteiligungsgesellschaft als UG zu gründen, ist problemlos möglich. Eine UG ist eine Unternehmergesellschaft und weist die gleichen rechtlichen Vorteile wie eine GmbH auf. Der Unterschied zwischen der UG und der GmbH liegt darin, dass die UG im Gegensatz zur GmbH ein niedrigeres Startkapital von nur einem Euro benötigt. Die GmbH erfordert hingegen ein Startkapital von 25.000 Euro. Die UG ist eine Art "Mini-GmbH" und bietet gleichfalls die Haftungsbeschränkung auf ihr Grundkapital. Sie ist damit das Pendant zur englischen Limited. Die UG bietet die gleichen Vorteile wie die GmbH bei zeitgleich geringerem Grundkapital. Deshalb muss sie 25 Prozent ihrer Gewinne zurücklegen und auf das Stammkapital anrechnen. Es ist daher sinnvoll sie im Laufe der Zeit in eine GmbH umzuwandeln. Dies erfolgt nicht automatisch.

Private Beteiligungsgesellschaft gründen

Eine private Beteiligungsgesellschaft zu gründen, ist relativ einfach möglich. Dazu ist zunächst die Rechtsform der Beteiligungsgesellschaft zu wählen und der Sinn der Beteiligungsgesellschaften festzulegen. Anschließend erfolgt die Eintragung der Gesellschaft in das Handelsregister. Sämtliche Schritte sind durch die Übertragung einer Mantel- oder Vorratsgesellschaft überspringbar.

Beteiligungsgesellschaft Private Equity

Die Beteiligungsgesellschaft Private Equity investiert mit privatem Kapital und konzentriert sich auf Beteiligungen an Unternehmen, die nicht an der Börse gelistet sind. Die Nutznießer einer solchen Beteiligungsgesellschaft sind sowohl institutionelle als auch private Anleger. Die Beteiligungsgesellschaften sind oftmals spezialisierte Kapitalbeteiligungsgesellschaften. Sollte das Kapital jungen und innovativen Unternehmen zufließen, nennt sich die Beteiligungsgesellschaft Venture Capital. Sie stellt Risikokapital zur Verfügung, das bei sehr hohem Risiko äußerst lukrative Gewinnchancen bietet.

Unternehmensbeteiligungsgesellschaft

Eine Unternehmensbeteiligungsgesellschaft ist eine Gesellschaft, deren Hauptzweck im Halten von Unternehmensbeteiligungen liegt. Eine Unternehmensbeteiligungsgesellschaft stellt anderen Unternehmen ihr Kapital zur Verfügung und erhält dafür im Gegenzug eine Dividende. Unternehmensbeteiligungsgesellschaften stärken die Eigenkapitalausstattung von Unternehmen in der Wirtschaft und sind daher per se vom Gesetzgeber erwünscht. Die Voraussetzung für die Gründung einer Unternehmensbeteiligungsgesellschaft ist ein Grundkapital von mindestens einer Million Euro. Die Unternehmensbeteiligungsgesellschaft darf ausschließlich als GmbH, AG, KGaA oder KG gegründet werden.

Unternehmensbeteiligungsgesellschaft: Gewerbesteuer

Unternehmensbeteiligungsgesellschaften sind nach § 3 Nr. 23 Gewerbesteuergesetz ausdrücklich von der Gewerbesteuer befreit. Dieser steuerliche Vorteil soll Anreize für die Gründung von Unternehmensbeteiligungsgesellschaften schaffen.

§ 25 I des Gesetzes über Unternehmensbeteiligungsgesellschaften (UBGG) : Die Übergangsvorschrift des § 25 I UBGG beinhaltet die Aussage, dass das UBGG nur für Unternehmensbeteiligungsgesellschaften gilt, die am 1. April 1998 anerkannt waren. Das Gesetz ist nur bis zum 31. Dezember 2002 auf Gesellschaften anzuwenden, die vor dem Inkrafttreten des 7. Artikels des 3. Finanzmarktförderungsgesetzes bereits als Unternehmensbeteiligungsgesellschaft anerkannt sind.